Heil sein heißt ganz sein

Der Straubinger Internist Dr. Michael Forster informierte am Freitagabend über Traditionelle Chinesische Medizin

 

 

Eilends wurden Stühle herbeigetragen um allen Interessierten Platz zu bieten. Der Pfarrsaal im Pfarrheim St. Martin in Laberweinting war voll, trotz sommerlicher Temperaturen. Die Pfarrei St. Martin und die Caritas Sozialstation Labertal luden zum Vortrag über traditionelle chinesische Medizin mit dem erfahrenen Internisten und TCM Fachmann Dr. Michael Forster aus Straubing ein. Seit einem vierteljahrhundert behandelt er in seiner Straubinger Praxis sowohl schulmedizinisch wie auch nach den Methoden TCM. Pfarrer Röhrner begrüßte ihn herzlich in Laberweinting. Als Lektor und Kommunionhelfer in der Pfarrei St. Josef in Straubing feierten sie oft zusammen die Heilige Messe und diskutierten theologische Fragen.

In seiner kurzweiligen Art brachte er dem Auditorium die Prinzipien der chinesischen Medizin nahe. Weil Ärzte früher etwa die kaiserliche Familie nicht wie üblich untersuchen konnten, entwickelte sich die Pulsdiagnose, weil der aus der Kutsche gehaltene Arm als einzige Diagnosemittel zur Verfügung stand.

Dampf über kochendem Reis

Anschaulich erklärte Dr. Michael Forster das Schriftzeichen Qi, das landläufig mit Energie übersetzt wird. Wörtlich genommen heißt es Dampf über kochendem Reis, was sich in der bildlichen Darstellung des Schriftzeichens wiederspiegelt. Viel eingängiger und unserer Denkweise näher könnten wir es auch mit dem Odem Gottes übersetzen, den Gott in der biblischen Schöpfungsgeschichte dem Menschen einhaucht und so leben schafft.

Ein geschichtlicher Rückblick in die Zeiten des chinesischen Kulturkampfes unter Mao Tse Tung und die Wiederentdeckung alter medizinischer Weisheit in dieser Zeit, die von Gewalt und Unrecht geprägt war, rundete das Bild ab. War die chinesische Medizin ursprünglich den kaiserlichen Eliten vorbehalten, wurde sie durch die Verbreitung im 20. Jahrhundert dem breiten Volk zugänglich.

Die Prinzipien der chinesischen Medizin beruhen auf alten Erfahrungswerten und dem Ausgleich im Körper. Am sinnenfälligsten ist dem westlichen Menschen das Symbol von Yin und Yang in Erinnerung, dass aktiv und passiv, männlich und weiblich sowie heiß und kalt wie viele andere körperliche Ausdrücke beschreiben kann.
Die ganzheitliche Sorge um den Menschen ist wesentlich für die Heilung oder den Erhalt der Gesundheit.

Heile die Mutter

Zusammenhänge erkennen und Anhängigkeiten sehen ist ein wesentlicher Teil der Anamnese. „Wenn das Kind krank ist, so heile die Mutter!“, sagte er provokativ. Damit ist nicht nur die leibliche Mutter-Kind-Beziehung gemeint, sondern auch der Zusammenhang der Elemente Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer in der chinesisch-medizinischen Diagnosemethode. So werden verschiedene Organe und Beschwerden verschiedenen Elementen zugeordnet. Im Blick auf den ganzen Menschen ist es oft wirkungsvoller die „Mutter“, das übergeordnete Element in die Heilung miteinzubeziehen um nachhaltige Besserung zu erreichen.

Pfarrer Röhrner dankte dabei auch den Mitarbeitern der Sozialstation für ihren Einsatz, den auch der medizinische Dienst der Krankenkassen wiederholt mit der Bestnote 1,0 bewertete. In der weiteren Diskussion konnten die Zuhörer noch offene Fragen stellen und auch rund um das Thema Akupunktur und die Anerkennung durch Krankenkassen wertvolle Informationen bekommen. In den Übersichten, die Dr. Forster verteilte, fasste er wichtige Informationen nochmal zusammen. Wichtig war ihm zu betonen, dass die chinesische Medizin die westliche Schulmedizin mit Medikamenten und Geräten nicht ersetzen wolle oder könne. Es sei ein weiterer wertvoller Baustein für mehr Gesundheit und Lebensqualität.

 

Frauenbund spendet 500 Euro an Pfarrgemeinderat

Der Katholische Frauenbund Laberweinting veranstaltete im Biergarten von Gasthaus Otto Wellenhofer in Eitting ein Sommerfest mit Spendenübergabe. Über 50 Frauen kamen überwiegend per Rad zum Biergarten, um miteinander das Sommerfest zu feiern. Zweite Vorsitzende Silvia Spichtinger bedankte sich bei allen Frauen für das fleißige Miteinander im vergangenen Halbjahr. Mit einer Vorschau auf die kommenden Ereignisse wies Spichtinger besonders auf die Kräuterbüscherl-Aktion am 14./15.08. und den Jahresausflug nach Volkach mit Main-Schifffahrt und einem Besuch in Würzburg am Samstag, den 10.09.16, hin. Die erwirtschafteten Gelder aus den ehrenamtlichen Tätigkeiten, wie z.B. Verkauf von Palmbüscherl oder Kaffee und Kuchen am Pfarrfest, kommen immer einem guten Zweck zuteil. So war der KDFB in der Lage 500 Euro an den Pfarrgemeinderat zu spenden. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Max Wolf nahm die Spende mit Freude entgegen und bedankte sich sehr herzlich. Bei lauschigen Sommertemperaturen genossen die Frauen die schöne Atmosphäre im Eittinger Biergarten. (gs)

Zwergerl beten

Diesmal drehte sich alles ums Gebet bei den Kleinsten im Gottesdienst. Viele waren wieder gekommen um gemeinsam mit dem Zwergerlgottesdienst und Pfarrer Huber zu feiern.

Was heißt das beten und wie geht das? Eine spannende Frage für die Kleinsten. Stück für Stück kamen sie der Antwort auf die Spur. Alles, was uns bewegt dürfen wir zu Gott bringen und ihm sagen, unsere Freude und den Dank, unsere Sorge und Bitte dürfen wir vor ihm aussprechen. Wir wissen Gott ist immer da und er hört uns immer.

Jetzt ist auch für das Zwergerlteam Sommerpause, nach den Ferien wird am 9. Oktober der nächste Zwergerlgottesdienst sein.

Taizé - Miteinander singen und Meditieren

Erstmals findet am
Freitag, den 29.07.2016 um 21 Uhr

ein Nachtgebet mit Taize Gesängen
im Innenhof des Pfarrheims statt.

Redaktion: Was ist eigentlich ein Taizé Gebet?

Maria Dambacher: Ein Taizé-Gebet ist ein Gebet mit vielen mehrstimmigen Gesängen aus einem Kloster in Frankreich. Dort ist ein internationaler Ort des Glaubens und der Begegnung entstanden. Durch das gemeinsame und mehrmalige Singen von einfachen Gesängen, unterstützt von Instrumenten, kann man gut in die Meditation kommen. Die Gesänge wechseln sich mit Texten, einem Psalm, einer Lesung und einer Stille ab. Viele brennende Kerzen tragen zu einer schönen Stimmung bei.  

Redaktion: Für wen ist das Nachtgebet gedacht?

Maria Dambacher: Wir wollen vor allem Jugendliche ansprechen, aber auch jeden, der gerne einmal diese Form des miteinander Singens und Meditierens kennen lernen möchte. 

Redaktion: Was muss ich mitbringen?

Maria Dambacher: Eine Decke auf der man es sich während des Gebetes am Boden gemütlich machen kann.

Redaktion: Woher kam die Idee zu dieser Form der Andacht?

Maria Dambacher:  Ich wollte – auch auf Wunsch von Jugendlichen - einmal diese Gebetsform ausprobieren, die vor allem bei Jugendlichen oftmals als „lockerer“ empfunden wird als eine Messfeier in der Kirche, bei der alle in die Bänke eingezwängt sind und sich – so habe ich oft den Eindruck - hauptsächlich als Zuschauer fühlen. Ich möchte diese andere Form des Miteinander-Betens einmal auszuprobieren. Ich bin der Meinung, dass ich die Jugendlichen auf diese Weise begeistern kann.

Übrigens gibt es  im Regensburger Dom jedes Jahr im November ein Taizé-Gebet, die sogenannte „Nacht der Lichter“. Das ist ein echtes Erlebnis für viele. Mit Bussen kommen Gläubige aus allen Teilen der Diözese. Viele sitzen mit Decken und Lichtern auf dem Boden. Ich habe das als junge Erwachsene sehr beeindruckend gefunden.

 

Das Interview führte Gudrun Schmalhofer

Bilder vom Pfarrfest 2016

Wer teilt, gewinnt - Pfarrfest 2016

Mit dem Motto „Wer teilt gewinnt“ - wir teilen Glauben und Leben und feiern miteinander - veranstaltete am Sonntag die Pfarrei St. Martin im Pfarrgarten ihr Pfarrfest 2016. Es soll ein Fest der Begegnung in der Kirche und im Pfarrgarten sein, so die Initiatoren. Fleißige Hände des Kirchen- und Pfarrgemeinderates, sowie freiwilliger Helfer waren vollauf damit beschäftigt, alles Notwendige aufzubauen und herzurichten.

Familiengottesdienst

Am Sonntag begann das Pfarrfest mit einem Familiengottesdienst um 10.00 Uhr. Dieser Gottesdienst wurde durch den Kinderchor unter der Leitung von Anna Roider musikalisch umrahmt. Auch wurden Begegnungen auf Großleinwand bildlich vorgeführt. Pfarrer Röhrner sagte: Nehmen wir uns Zeit miteinander Gottesdienst zu feiern. Friede braucht Platz in unserem Herzen. Schenken wir Frieden und spüren wir Gott will jedem einzelnen nahe sein. Jesus uns Mut die Botschaft Gottes zu verkünden. In diesem Familiengottesdienst kamen auch alle Kinder nach vorne in den Altarraum und bildeten einen großen Kreis um mitzufeiern.

Nach dem Festgottesdienst waren dann im Nu die von den Akteuren der Pfarrgemeinde bereitgestellten Möglichkeiten, bei dem schönem Wetter durch die herbei strömenden Besucher belegt. Rollbraten, Steaks und Würstl stellten auch den letzten Hungrigen zufrieden. Ein kulinarischer Magnet war das Kuchenbüfett, das der Frauenbund aufgebaut hatte. Gleich nach dem Essen begann der Run auf die mit Liebe gebackenen Stücke. Wie zu erfahren war, geht der Erlös des Büfetts für einen sozialen Zweck. Einen guten Umsatz erzielte auch der Stand mit Waren aus dem Eine Welt Laden. Dessen Erlös direkt den Erzeugern zugute kommt.

Wegen des schönen Wetters hatten die Kinder die Möglichkeit im Pfarrgarten alle angebotenen Stationen der Unterhaltung zu nutzen. Die Riesenhüpfburg stand bereit. Auch das Spielmobil (mit neuen Spielideen) der Pfarrei wurde durch die Kinder und Jugendlichen genutzt und ausprobiert. Ob Stelzen gehen oder Rollenfahren, immer wieder gab es Möglichkeiten zur Kurzweil. Auch eine Negerkuss-Wurfmaschine trug zur Unterhaltung bei.

Gegen 13.00 Uhr gab es eine Kinderlesung für Groß und Klein. Das von Anna Roider einstudierte Musical des Kinderchores war ein weiteres Event dieses Pfarrfestes. Der Pfarrsaal war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Kinder das Musical "Fremde werden Freunde" den staunenden Erwachsenen vorführten. Es war die Geschichte von den Kindern in Gelbland und in Blauland. Eines Tages herrscht in Gelbland Krieg und alle Gelbländer flüchten nach Blauland. Irgendwann wird es den Blauländern zu viel, zu viel Gelb, zu viel Fremde. Sie beschließen, eine Mauer um die Gelben zu bauen, eine sehr hohe Mauer! Doch dann fängt ein Kind aus Blauland an, Seifenblasen über die hohe Mauer zu den Gelbland-Kindern zu schicken. Die Seifenblasen tanzen über die Mauer und die Kinder fangen an, die große schwarze Mauer abzubauen - so können aus Fremden Freunde werden!

Gegen 17.00 Uhr zog eine Dankvesper mit Lucernar in der Pfarrkirche noch einmal viele Besucher. Das Lucernar (von lateinisch lux = Licht) ist eine Lichtfeier, die seit der frühen Kirche gefeiert wird und auf Christus das Licht der Welt verweist.  Anschließend machten viele eine Brotzeit und ließen sich Würstl und Emmentaler bzw. Steaksemmeln schmecken.

Pfarreiquiz

Ein Highlight dieses Pfarrfestes 2016 war das Pfarreiquiz – wer teilt gewinnt. Pfarrer Reinhard Röhrner hatte in dem Quiz viele Fragen zusammengestellt, die zu beantworten waren. So mancher musste den Nachbarn oder auch den Herr Pfarrer zu Rate ziehen und nachdenken wie er nun die richtige Antwort ankreuzen musste. Zum Beispiel wurde gefragt: Wie viele Bilder des Hl. Martin sind in der Pfarrkirche? Weiter ging es in den Fragen um den Hl. Martin über sein Teilen, sein Leben und das Brauchtum in der heutigen Zeit. Auf die Sieger warteten dann zahlreiche Preise.

Pfarrer Reinhard Röhrner dankte zum Abschluß allen Spendern und Helfern. Er bat alle, schöne Eindrücke lebendigen Glaubens mit nach Hause zu nehmen. Ob Groß oder Klein, jeder habe dazu beigetragen, um wieder einen stolzen Betrag für die Arbeit des Pfarrgemeinderates zu leisten. (fk)

Fremde werden Freunde - Kindermusical

Zum ersten Mal hat der Kinderchor St. Martinsspatzen unter der Leitung von Anna Roider am Pfarrfest einen Auftritt.

Redaktion: Der Kinderchor führt ein Musical auf. Wann findet es statt?

Anna Roider: Das Kindermusical "Fremde werden Freunde" findet am Sonntag, den 03. Juli um 14 Uhr statt.

Redaktion: Welche Geschichte steckt dahinter?

Anna Roider:  Es ist die Geschichte von den Kindern in Gelbland und in Blauland. Eines Tages herrscht in Gelbland Krieg und alle Gelbländer flüchten nach Blauland. Irgendwann wird es den Blauländern zu viel: zu viel Gelb, zu viel Fremde. Sie beschließen eine Mauer um die Gelben zu bauen, eine sehr hohe Mauer! Doch dann fängt ein Kind aus Blauland an, Seifenblasen über die hohe Mauer zu den Gelbland-Kindern zu schicken. Die Seifenblasen tanzen über die Mauer und die Kinder fangen an, die große schwarze Mauer abzubauen – so können aus Fremden Freunde werden!

Redaktion: Das Musical greift also momentane Problematik auf.

Anna Roider: Ja. Es ist eine wunderbare Geschichte, die aktueller ist, denn je – denn sie kann auch auf Lampedusa, in Syrien oder in Bethlehem geschehen – überall wo Menschen ausgegrenzt werden.

Redaktion: Können interessierte Kinder auch am Kinderchor teilnehmen?

Anna Roider: Kinder von der ersten bis vierten Klasse sind immer herzlich willkommen. Wir proben jeden Freitag um 15:15 Uhr im Pfarrheim St. Martin.

Redaktion: Wann ist ein Einstieg möglich?

Anna Roider: Nach den Sommerferien starten wir wieder. Die Kinder können jederzeit unverbindlich schnuppern.

Redaktion: Vielen Dank für das Interview. Viel Spaß und Erfolg beim Musical.

Das Interview führte Gudrun Schmalhofer. (gs)

Maria, Mutter der Barmherzigkeit

Die Wallfahrtskirche Haader konnte nicht alle Gläubigen fassen, die am Montag 13. Juni zum abendlichen Wallfahrtsgottesdienst kamen. Weihbischof Dr. Josef Graf kam aus Regensburg um mit den Pilgern die Messe zu feiern und das Wort Gottes auszulegen.

In seiner Predigt ging er von dem alten Mariengebet 'Salve Regina' aus und erschloss es für unsere Zeit. Auch wir kennen Zeiten der Freude und Zeiten des Leides. Im Blick auf die Welt erfahren wir uns oft als jene, die dankbar sein dürfen. Gleichzeitig ist Maria als Mutter der Barmherzigkeit auch unsere Mutter und wie eine Mutter mit offenem Herzen für die Menschen. Wie im Gebet stellt sie sich aber nicht selber in den Mittelpunkt, sondern ihren Sohn Jesus Christus. Wie im Gnadenbild von Haader, wo Maria hinter ihrem Sohn zurück tritt und ihn der Welt und den Menschen entgegen hält.  

So ist es ein besonderer Ort der Gnade, weil so viele Menschen hier seit mehr als zwei Jahrhunderten zusammen kommen und ihre Freude und Sorge zur Gottesmutter bringen. Das gemeinsame Beten und Singen stärkt gegenseitig im Glauben. Neben dem Weihbischof konzelebrierten Pfarrer Reinhard Röhrner und Pfarrer Reiner Huber, Kaplan Markus Daschner sowie zwei Patres aus Aufhausen.

Nach dem feierlichen Segen zogen alle hinaus um in der Lichterprozession noch einmal besonders für Menschen mit Sorgen und Not zu beten. Auch Weihbischof Josef reihte sich in die Reihe der Pilger ein. Der Haaderer Zweigesang gestaltete neben dem Volksgesang Messfeier und Prozession.

Gemeindeevangeliar